Lange habe ich nichts mehr geschrieben und ich hätte gerne etwas anderes als die UBS zum Anlass genommen. Aber das was ich heute in den Nachrichten gehört habe hat mich so aufgebracht, dass ich dem unbedingt Luft machen muss.
Was hat die UBS gelernt? Nichts! Weg der Besserung hin oder her, wenn doch irgendwo nichts als Verluste sind, kann man doch nicht Bonis auszahlen, nicht einen Franken.
Aber die UBS schlägt mal wieder alles. Da macht einer mit seinem Business (Investmentbanking) 3 Mia Verlust und erhält dafür einen Leistungsabhängigen Bonus von 13Mio Franken und bekommt damit mehr als der Chef Grübel.
Das Grundproblem ist jedoch nicht die Zahlen, sondern der Effekt der Handlung auf die Stakeholder der UBS (Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter).
Inspiriert Sie diese Bank, vertrauen Sie ihr?
Der Chef Investmentbanker hat zwar nach Angaben der UBS den Verlust halbiert und damit (wenn es denn stimmt) ja auch gut gearbeitet. Aber vergessen wir nicht, der Gute hätte nichts zu verbessern gehabt, wenn nicht der Staat der UBS unter die Arme gegriffen hätte.
Für mich geht einfach die Rechnung nicht auf. Auf der einen Seite immer noch Milliardenverluste und ein krankes Portfolio mit vielen Altlasten, auf der anderen Seite werden Bonussummen erhöht.
Braucht der Investmentbanker wirklich 13Mio damit er ein Interesse hat seinen Arbeitsplatz zu erhalten?
Wieviel verlangt er, damit er auch die restlichen Verluste eliminiert?
Wenn ich Oswald Grübel wäre, würde ich dem Investmentbanker wohl einen anständigen Lohn bezahlen, weil er ja anscheinend gute Arbeit macht. Jedoch die Auszahlung sämtlicher Incentives würde ich verschieben, bis der Investmentbanker bewiesen hat, dass seine Massnahmen nachhaltig gewinnsteigernd sind.
Denn was ist mit den 13Mio, wenn das Investmentbanking nächstes Jahr wieder mehr Verluste schreibt?
Kriterien wie sozial verträglich gewirtschaftet, Imageverbesserung, Arbeitsplatzerhaltung etc. sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Ich denke das sowas Herrn Grübel nicht interessiert. Aber immerhin wäre mit dieser Verschiebung der Auszahlung eine Motivation für den Investmentbanker vorhanden in mehr als Jahresschritten zu denken!
Zum Schluss noch Folgendes:
Ich bin nicht für Boyikott-Massnahmen. Denn damit strafen wir viele Menschen, die ehrliche und gute Arbeit machen. Auch für den Investmentbanker gilt dies.
Vielmehr appeliere ich an die Moral und Ethik dieser Mitarbeiter. Denn längst nicht alle arbeiten nur für das Geld bei der UBS, sondern weil sie etwas Gutes tun und einen Beitrag an die Gesellschaft leisten wollen.
Diese Werte gilt es wertzuschätzen!
Sie sollen sich wehren, dass mit solchen Aktionen ihre Bemühungen, das Image der UBS wieder herzustellen, zunichte gemacht werden!
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